DadaTux Blog
British Columbia und Alberta
Auf dem John Hart Highway (BC97) fuhr ich von Chetwynd aus weiter nach Dawson Creek. Einen kurzen Halt machte ich am kleinen Sundance Lake. Der Name ist schöner als der See selbst. Vielleicht war ich auch zur falschen Tageszeit dort. Die erste Hälfte der Strecke ist landschaftlich schön. Der Rest bis nach Dawson Creek ist eher eintönig. Hier beginnt der Alaska Highway. In Dawson Creek stellte ich den Van für die Nacht hinter dem Walmart-Supermarkt ab.
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Die Hauptverkehrsstrecke nach Edmonton fuhr ich noch nie. Bis zur Grenze zu Alberta heisst die BC2 «Dawson Creek Tupper Highway». In Alberta heisst sie schlicht Highway 43.
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Zwischen British Columbia und Alberta wechselt die Zeitzone. Mein Tag wurde eine Stunde kürzer. Die Wälder werden durch grosse landwirtschaftlich genutzte Flächen abgelöst. Grosse LKWs transportieren riesige Heuballen. Ob die in Richtung Schweiz transportiert werden? In der grösseren Stadt Grande Prairie füllte ich den Wassertank und kaufte ein. Anschliessend fuhr ich auf der vielbefahrenen Strasse weiter bis zu einem Rastplatz südlich von Valleyview. Zwei Holzliegestühle auf dem kleinen Erdwall neben dem Parkplatz laden bei wärmerem Wetter ein, die weitläufige Landschaft zu geniessen. Mir war es dazu definitiv zu kühl. Den weiten Blick genoss ich im Stehen. In der Nacht füllte sich der Rastplatz. Eine Seltenheit – alle Lkws stellten den Motor ab.
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Am Morgen war ich unschlüssig, ob ich die 360 km bis Edmonton direkt fahren soll. Als Zwischenziel gab ich den Aussichtspunkt auf die Rochfort Trestle ein. Das war etwas mehr als die Hälfte des Weges. Die vierspurige Strasse setzte sich fort. Während der Fahrt hörte ich einen Krimi. Auch wenn ich beim Fahren nicht immer konzentriert zuhören kann, merkte ich doch, dass ich nicht mehr mitbekam, was vor sich ging. Zunächst dachte ich, es sei ein ganz wirrer Krimi. Bei einem Fotostopp schaute ich mir auf dem Handy genauer an, was der Player abspielte. Die einzelnen Kapitel waren falsch sortiert. Es lag also nicht an meiner Konzentration oder der avantgardistischen Komposition des Krimis.
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Ich blieb am Aussichtspunkt auf die Rochfort Trestle stehen. Dies ist die längste Holzeisenbahnbrücke Nordamerikas. Sie ist 736 Meter lang und an der höchsten Stelle über dem Paddle River 33 Meter hoch. Sie wurde 1914 gebaut und wird immer noch benutzt. Über den Fluss und die Autobahn wurde die Holzkonstruktion jedoch durch Metall ersetzt. Auf dem grossen Parkplatz fand ich eine relativ ebene Stelle mit guter Aussicht durch die Frontscheibe. Abends um halb neun sah ich den Halbmond aufgehen. Noch nie zuvor hatte ich den Mond so riesig gesehen.
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Bis nach Edmonton wollte ich nicht auf der vierspurigen Autobahn fahren. In dieser landwirtschaftlich genutzten Region gibt es einige Nebenstrassen. In Yukon, Alaska oder den Northwest Territories gibt es hingegen kaum Nebenstrassen. Noch auf der Autobahn sah ich ein Schild zu einem botanischen Garten. Eine Schulklasse war im George Pegg Bvotanic Garden, vermutlich hatten die OberstufenschülerInnen praktischen Biologieunterricht. Jetzt im Spätherbst gab es allerdings nicht viel zu sehen. In Edmonton schaute ich mir zunächst einen in der App iOverlander verzeichneten Platz zum Übernachten an. Der gefiel mir nicht. Er war auch nicht eben. Also fuhr ich zu einem Parkplatz neben dem Nellie-McClung-Park. Auf dem schrägen Teil des Parkplatzes stehen Schilder, die darauf hinweisen, dass nur ein bewilligtes Parken erlaubt ist. Beim ebenen Teil gibt es keine Schilder. Der Parkplatz liegt an einer viel befahrenen Strasse. Zunächst überlegte ich, ob ich direkt zu einem Platz fahren soll, auf dem ich vor zwei Jahren stand. Ausschlaggebend für meine Entscheidung war die Distanz zur Art Gallery of Alberta. Die Galerie ist rund zwei Kilometer entfernt, vom anderen, ruhigeren Platz aus ist es doppelt so weit. Die Nacht war ruhig und der Verkehr störte mich nicht.
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Der North Saskatchewan River teilt die Stadt mit einem tiefen Einschnitt. Ich übernachtete auf der Südseite, wo sich die Universität befindet. Mein Fussweg führte mich über die Low Level Bridge. Sie wurde 1900 als erste Brücke über den North Saskatchewan River eröffnet. Statt der Treppen könnte am Nordufer eine kurze Standseilbahn benutzt werden. Ich hatte noch genügend Energie, um die Treppe hinaufzusteigen. Oben befindet sich das alte MacDonald Hotel. In diesem Luxushotel wurde 1924 der Vorgänger der heutigen Art Gallery of Alberta gegründet. Die jetzige Galerie, die von Randall Stout entworfen wurde, steht inmitten vieler Hochhäuser beim Sir Winston Churchill Square und wurde 2010 eröffnet. Die grosse Wechselausstellung «Sports» war nicht so mein Geschmack. Bei sonnigem Wetter setzte ich mich auf den Churchill Square. Als es mir zu kühl wurde, ging ich in die Edmonton Public Library. Ich setzte mich ins Café. Ich sah ein breites Spektrum von Leuten auf der Strasse vorbeiziehen. Von Obdachlosen über gestylte Menschen und Magersüchtige bis hin zu sehr übergewichtigen Personen, von jung bis alt und mit einem breiten Spektrum an Hautfarben. Die BewohnerInnen von Edmonton können die Bibliothek kostenlos nutzen. Neben Büchern können auch Hörbücher und Videos ausgeliehen werden. Auf den Stockwerken stehen viele Computer zur Benutzung bereit. Vier unterschiedlich grosse Tonstudios laden zu Eigenproduktionen ein. Die Bibliothek hat dazu ein eigenes Label: «Capital City in Record». Ich sah einige 3-D-Drucker in Aktion. Gegen Abend stellte ich den Van auf den ruhigeren Platz nahe dem Ufer des North Saskatchewan River. Durch den Wald stieg ich zur Südstadt hinauf zu einer Pizzeria. Mit der Stirnlampe fand ich den Weg zurück zum Van.
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Am nächsten Tag gönnte ich mir einen faulen Tag. Zunächst ging ich im nahegelegenen Sportzentrum duschen und in die Sauna. Über die Dudley-B.-Menzies-Brücke überquerte ich den Fluss. Unter der Trambrücke ist ein Fussgängersteg aufgehängt. Die Brücke wurde 1992 eröffnet. Danach machte ich einen Rundgang durch den Park beim Alberta Legislative Building. Das grosse alte Gebäude wurde vor 113 Jahren eröffnet. Zurück lief ich über die High Level Bridge. Diese zweistöckige Brücke ist gleich alt. Oben fuhren die Strassenbahn und der Zug. Darunter verläuft die zweispurige Strasse. Mein Van ist 5 cm zu hoch, um über die Brücke zu fahren. Oben fährt nur noch ein Museumszug. Der Strassenverkehr fliesst nur in südlicher Richtung.
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Nach dem Einkaufen fuhr ich am nächsten Morgen erst einen Umweg nach Nordosten. Bei einer Tankstelle bin ich mir sicher, dass ich auch im späten Herbst Trinkwasser auffüllen kann. Auf der Autobahn fuhr ich aussen um Edmonton herum und dann in Richtung Calgary. Nach Leduc verliess ich den Queen Elizabeth II Highway und fuhr 30 Kilometer geradeaus auf der Township Road 490 westwärts. Links und rechts der Nebenstrasse sah ich grosse Weiden und Getreidefelder. Ab und zu wurde die Landschaft durch einen kleinen Wald unterbrochen. In der Landschaft stehen die ersten Erdölpumpen. In der Provinz Alberta wird viel Erdöl gefördert. Diesel ist hier auch billiger als in British Columbia. Auf der Landkarte bilden die Nebenstrassen ein rechteckiges Muster. Ich änderte die Richtung nach Süden zum Pigeon Lake. Bei einem Fotostopp sprachen mich zwei Motorradfahrer an. Einer von ihnen erzählte mir von seiner Reise durch die Schweiz. Als er Zermatt aussprach, verstand ich ihn nicht. «Matterhorn» war das Lösungswort. Weiter ging meine Tour westwärts und anschliessend auf einer Schotterstrasse am Buck Lake entlang nach Norden. Bald erreichte ich eine grössere Asphaltstrasse und war schon bald in Drayton Valley. Erst durch die Entdeckung von Erdöl im Jahr 1953 wurde die kleine Siedlung zu einem grösseren Ort. Auf einem Lkw-Parkplatz neben dem Walmart blieb ich über Nacht.
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Am nächsten Tag fuhr ich auf dem Highway 620 zum Stausee Brazeau Reservoir. Auf der Strasse waren hauptsächlich Holztransporter unterwegs. Der Wald wird industriell genutzt. Immer wieder sah ich Kahlschlagflächen. Ich sah kaum eine Fläche mit unterschiedlich alten Bäumen. Ausser einem Hirsch, einigen Erdhörnchen, die über die Strasse huschten, und Vögeln sah ich keine anderen Tiere. In dieser Region wurden 1953 die ersten Ölfelder in der Provinz Alberta entdeckt. Die Sonne lud zu einem Spaziergang ein. Einige Kilometer weiter bog ich auf die Nordegg River Road ein. Auf der breiten Schotterstrasse fuhr ich 90 Kilometer bis zu einem kleinen See, dem Nordegg Borrow Pit. Auf der anderen Seite des Sees übernachtete ich.
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Nordegg ist eine alte Siedlung eines Kohlebergwerks. Bis vor 70 Jahren wurde in der Region Kohle gefördert. Das Brazeau Collieries Mine National Heritage Site, das die Geschichte des Bergbaus zeigt, war leider geschlossen. Bei einem Hotel war das Wasser an der WoMo-Station schon abgestellt. Der Winter naht und nachts kann es schon Frost geben. Anfang Oktober ist das Wasser an vielen Orten schon abgestellt. Deshalb fülle ich jetzt den Wassertank auf, wenn ich einen funktionierenden Wasserhahn finde.
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Auf dem Highway 11 fuhr ich südwärts. Auf einem grossen Parkplatz am Abraham Lake sah ich eine Herde Mountain Bighorn Schafe. Die Schafe zeigten keinerlei Furcht vor Menschen. Wenn ich in ihre Nähe kam, schauten sie kurz auf und frassen weiter. Eine Viertelstunde später sah ich erneut Bighornschafe. Friedlich spazierten sie auf der Strasse. Nach dem Abraham Lake folgt die Strasse dem North Saskatchewan River. Bei Saskatchewan River Crossing musste ich die Parkgebühr bezahlen. Auf dem Icefields Parkway fuhr ich weiter in Richtung Süden. Beim Mistaya Canyon hielt ich an. Der Mistaya River hat hier eine tiefe, schmale Schneise in den Fels geschnitten. Man sieht kaum das Wasser, das unten durch die Felsen fliesst.
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Ein weiterer beliebter Ort an der Strasse ist der Aussichtspunkt auf den Peyto Lake. Vom Parkplatz aus kann man auf dem asphaltierten Weg 700 Meter zur Aussichtsplattform hinauflaufen. Seine türkisfarbene Farbe erhält der See durch Segmente des Peyto Glacier. Vor 170 Jahren reichte der Gletscher noch bis zum See. Jetzt ist er vom Aussichtspunkt aus kaum mehr sichtbar.
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In der Ortschaft Lake Louise konnte ich auf dem Campingplatz meinen Trinkwassertank auffüllen und den Grauwassertank leeren. Zudem nutzte ich die warme Dusche. Danach fuhr ich noch einige Kilometer weiter auf dem Trans-Canada-Highway (TCH 1). In der Nähe des Kicking Horse River verbrachte ich die Nacht.
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Am Abend war es zu spät für einen Besuch der Wapta Falls. Ein Hauptzugangsweg ist von Norden. Auf der Karte sehe ich einen Weg auf der Südseite des Kicking Horse River. Dieser Weg beginnt vier Kilometer weiter auf die Schotterstrasse, an der ich übernachtete. Beim Laufen verpasste ich zunächst die Abzweigung und kam ans Ufer des ruhig dahinfliessenden, gar nicht so breiten Flusses. Beim Zurückgehen fand ich den richtigen Weg. Der Weg wird nicht mehr gewartet und ist nicht markiert. Über eine verfallene Brücke quere ich einen Bach. Ich brauchte gute Beweglichkeit, um unter umgestürzten Bäumen hindurchzukriechen oder mich darüber hinwegzuschwingen. Der Weg führt auch an kahl geschlagenen Waldflächen vorbei. Einzig ein paar hohe Zitterpappeln stehen noch. Die Holzindustrie scheint nur an Fichten interessiert zu sein. Der Blick auf den Wasserfall von der Südseite ist imposant. Er scheint mir auch viel interessanter als der Blick von der Gegenseite. Ich war erstaunt, wie viel Wasser über die Kante strömt. Es ist kaum zu glauben, dass dies der ruhige Fluss ist.
Durch die Berglandschaft fuhr ich auf der TCH 1 bis nach Golden. Dort wechselte ich auf den Kootenay Columbia Highway (BC 95). Die Strasse folgt dem Columbia River aufwärts. Bei Invermere verliess ich die TCH 1, um auf der kleinen Westside Road zum Windermere Lake zu fahren. Bei einem namenlosen kleinen See übernachtete ich.
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Nach dem Frühstück wurde es regnerisch. Das Wetter animierte mich nicht, unterwegs eine Wanderung in den Rocky Mountains zu machen. Bei Fairmont Hot Springs bog ich wieder auf die BC 95 ein. Ich fuhr einen kleinen Umweg auf der BC 95A nach Marysville. In einem Bioladen kaufte ich ein. Entlang des Moyie River und des Lake Moyie führte die Strasse weiter nach Süden. Kurz vor der kanadisch-amerikanischen Grenze wechselte ich auf den Crowsnest Highway CN 3 und fuhr nach Westen. In die USA wollte ich noch nicht. Die CN 3 folgt dem Lauf des Goat River. Auf dem Parkplatz des Creston & District Community Centre blieb ich über Nacht. Die Provinz British Columbia hat keine einheitliche Zeitzone. Erst in Creston hatte ich die gleiche Zeit wie in Vancouver. Zuvor hatte ich noch die Zeit der Provinz Alberta.
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Vor der Weiterfahrt duschte ich im Center. Der Crowsnest Highway CN 3 steigt erst 1100 m zum Kootenay Pass auf 1775 m ü. M. an. Auf der Passhöhe zeigte das Thermometer noch 3 °C an. Entlang des kleinen Bridal Lake machte ich einen Spaziergang. Ab und zu fiel eine kleine Schneeflocke. 15 Kilometer nach der Ortschaft Salmo wechselte ich auf die BC 3B. Die CN 3 führt weiter nördlich in westlicher Richtung. Ich möchte auf kleineren Strassen knapp an der Grenze zu den USA fahren. In der alten Bergbaustadt Rossland mache ich einen Zwischenstopp. Die Hauptstrasse mit den alten Häusern wird von Ahornbäumen mit leuchtend rotem Laub gesäumt. Rossland gehört zu den ältesten Städten in British Columbia. Der Ort wurde vor 130 Jahren von Goldgräbern gegründet. Am Rande der Ortschaft besichtige ich das Rossland Mining Museum. Leider waren die Aussenanlagen geschlossen. Gleich nach dem Museum zweigt die Rossland Cascade Road ab. Diese 65 Kilometer lange Schotterstrasse führt kurvenreich über zwei kleinere Pässe. Das erste Drittel ist breiter und zum Teil sehr waschbrettartig. Eigenartigerweise fährt der Van auf solchen Buckelstrassen mit eingeschaltetem Allradantrieb ruhiger. Vor allem, wenn es aufwärts geht. Der mittlere Teil ist eher einspurig und voller Löcher und Steine. Der letzte Teil der Strasse wird wieder breiter. Die Strecke führt durch einen Wald und bietet einige schöne Aussichten. Der Wald wird industriell genutzt. Kurz vor der Ortschaft Christiana Lake übernachte ich auf einem Wanderweg-Parkplatz.
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Bei schönem Wetter am Morgen spazierte ich zwei Stunden auf dem Wanderweg. Der Weg folgt dem alten Bahntrasse der Columbia & Western Railway (C&W). Die Bahnlinie wurde 1898 eröffnet. In den 1960er Jahren fuhr der letzte Personenzug, der Güterverkehr endete bereits zuvor. Der Weg führt entlang des steilen Berghangs über dem Christiana Lake.
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Anschliessend fuhr ich auf der breiten Crowsnest Highway CN 3 weiter westwärts. Mal ist die Strasse sehr nah an der Grenze, dann führt sie wieder weiter ins Landesinnere. Am Boundary Creek lief ich zu den Boundary Falls. Ohne die entsprechende Markierung im Navi wäre ich vorbeigefahren. Der etwa zehn Meter hohe Wasserfall liegt in einer Schlucht. Mein Tagesziel war Osoyoos, das sich selbst als der wärmste Ort Kanadas bewirbt. Die Stadt liegt am internationalen Osoyoos Lake. Der nördliche Teil liegt in Kanada, der südliche in den USA.
Als ich in die Stadt hineinfuhr, sah ich eine Pizzeria. Anstatt selbst zu kochen, holte ich mir eine Pizza. Danach fuhr ich nur noch bis zum Lkw-Parkplatz einer Tankstelle. Der ursprünglich geplante Übernachtungsort war mir zu weit weg. Bis ich dort gewesen wäre, wäre die Pizza nicht mehr heiss gewesen. Die Nacht war ruhig, ohne laufende LKW-Motoren.
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Kurz nach Osoyoos liegt ein spezieller See, der Spotted Lake. Er hat keinen Abfluss und hat viele Mineralien im Wasser. In der Region wird Wein und Obst angebaut. Direkt nach Osoyoos wird mehr Wein angebaut, danach geht es über zu dem Fruchtanbau. Überall, wo nicht bewässert wird, ist die Landschaft braun. In den Ortschaften reihen sich die Verkaufsläden der Farmen entlang der Strasse. Nach Princeton steigt die Strasse zum Sunday Summit auf 1282 m ü. M. an. In der Ferne sehe ich die Geröllhalden des stillgelegten Kupferbergbaus. Nach einem kurzen Abstieg geht es zum höchsten Punkt der CN3, dem Allison Pass auf 1342 m ü. M., hinauf. Steigungen und Gefälle von 8 % sind die Regel. Fünfzehn Kilometer vor Hope ereignete sich am 9. Januar 1965 der grösste Felssturz Kanadas. Die Strasse und ein Fluss wurden verschüttet. Leicht abseits der Strasse übernachtete ich in Hope auf einem Parkplatz.
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Das Wetter sollte trocken bleiben. Von Hope aus führt die 63 Kilometer lange Schotterstrasse Silver Skagit Road zum Ross Lake. Nur ein kleines Stück am Nordufer gehört zu Kanada. Es gibt keine Verbindungsstrasse in die USA. Am Anfang der Schotterstrasse stellte ich die Stossdämpfer auf weich und liess 15 % Druck aus den Reifen. So ist es angenehmer zu fahren. Weit kam ich jedoch nicht. An der Abzweigung zum Silver Lake war die Strasse zum Ross Lake gesperrt. Na gut, schade. Bei der Bootsrampe vom Silver Lake endete die Strasse. Am See entlang spazierte ich auf einem immer schmäler werdenden Pfad. Nach 1.5 Kilometern ging es nicht mehr weiter. Zurück beim Van schaute ich auf der Karte nach anderen Möglichkeiten. In der Nähe von Hope entdeckte ich den Wanderweg Serpent’s Back Trail mit drei eingezeichneten Aussichtspunkten. Der steile Weg, ein richtiger Bergweg, verlief in einem schönen, alten Wald. Vermutlich ist das Gelände zu steil für die industrielle Holznutzung. Der Weg war recht gut gepflegt. Trotz der mit 14 °C eher kühlen Temperatur kam ich ins Schwitzen. Anstatt nach meiner Rückkehr zum Van eine Dusche zu suchen, wusch ich den Van. Meine Dusche muss bis Vancouver warten, bis dann genügt mir ein Waschlappen.
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In der Nacht begann es zu regnen. Am Morgen hing die geschlossene Wolkendecke sehr tief. Einfach ein Wetter, um weiterzufahren. Anstatt den Trans-Canada-Highway zu nehmen, wählte ich die etwas ruhigere Lougheed Highway BC 7 auf der Nordseite des Fraser River, um nach Vancouver zu fahren. Je näher ich Vancouver kam, desto breiter und mehrspuriger wurde die Strasse. Ich buchte einen Platz auf dem Capilano RV Park in West Vancouver. Auf dem Weg kaufte ich ein, sodass ich den Van auf dem Campingplatz stehen lassen konnte. In der Nähe befindet sich eine Bushaltestelle mit direkten Verbindungen in die Innenstadt.
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